FAQ Fragen + Antworten für Patienten und Angehörige
Damit wir Ihre Behandlung gut planen und mit allen Beteiligten abstimmen können, benötigen wir bei der Aufnahme einige formale Unterlagen. Diese sind notwendig, um Ihre Versorgung rechtssicher und organisiert durchzuführen, dazu gehören in der Regel:
Versorgungsvertrag
Sie unterschreiben einen Vertrag über die Beratung, Betreuung und Versorgung durch ORGAMed. Darin wird geregelt, welche Leistungen wir für Sie erbringen.
Schweigepflichtentbindung
Damit wir uns mit Ihren behandelnden Ärzten, Kliniken oder anderen Beteiligten austauschen dürfen, benötigen wir Ihre Einwilligung zur Weitergabe medizinisch relevanter Informationen.
Erfassung Ihrer Patientendaten
Wir nehmen Ihre persönlichen Daten sowie wichtige medizinische Informationen (Kostenträger, Arzt, Pflegedienst, Angehörige, Bezugsperson) auf, damit Ihre Versorgung dokumentiert werden kann.
Klärung vorhandener Verordnungen
Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, ob bereits ärztliche Verordnungen (HKP-Verordnung) für die Wundversorgung vorliegen oder ob neue Verordnungen benötigt werden.
SEPA-Lastschriftmandat
Gegebenenfalls richten wir ein Lastschriftmandat ein, zum Beispiel für gesetzliche Zuzahlungen sowie die Bestellung der Verbandmittel.
Versorgungsverträge der Krankenkassen
Falls Ihre Krankenkasse an einem Vertrag zur Integrierten Versorgung (IV-Vertrag) teilnimmt, benötigen wir Ihre Zustimmung durch Ihre Unterschrift.
Fragebögen zur medizinischen Einschätzung
Zu Beginn der Behandlung bitten wir Sie außerdem, einige Fragebögen (Anamnesebogen, Wound-QoL-Fragebogen) auszufüllen.
Diese Informationen helfen uns, Ihre Behandlung individuell zu planen und den Verlauf Ihrer Wundheilung besser zu beurteilen. Selbstverständlich erklären wir Ihnen alle Unterlagen in Ruhe und verständlich. Wenn Sie möchten, können Sie die Dokumente auch gemeinsam mit Ihren Angehörigen zu Hause prüfen.
Beim ersten Termin möchten wir Sie – und auf Wunsch auch Ihre Begleitung – persönlich kennenlernen. Dabei interessiert uns besonders, wie es Ihnen aktuell geht, wie Sie Ihren Alltag bewältigen und inwiefern Ihre Lebensqualität durch die Wunde beeinträchtigt ist.
Dazu stellen wir Ihnen Fragen zu Ihrer Wunde, Ihrer bisherigen Behandlung und Ihrer allgemeinen Gesundheit. Zum Beispiel, seit wann die Wunde besteht, wie sie entstanden ist und was Sie im Alltag am meisten belastet. Diese Informationen helfen uns, die Ursachen Ihrer Wundheilungsstörung besser zu verstehen, Ihre Behandlung individuell abzustimmen und Sie dabei zu unterstützen, Ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Fragen zu Ihrer Wunde
Zunächst interessieren wir uns für den bisherigen Verlauf Ihrer Wunde. Wir besprechen gemeinsam, seit wann die Wunde besteht, wie sie entstanden ist und wer sie bisher behandelt hat, zum Beispiel Ihr Hausarzt oder ein Facharzt oder ein Pflegedienst. Auch mögliche Krankenhausaufenthalte oder Operationen im Zusammenhang mit der Wunde sind für uns wichtige Informationen.
Uns interessiert, welche Untersuchungen bisher bei Ihnen durchgeführt wurden. Z.B. aktuelle Blutuntersuchungen, Untersuchung Ihrer Blutgefäße, Röntgenuntersuchugen
Wir wollen Ihre Versorgung auf der Grundlage einer gesicherten medizinischen Diagnose durchführen. Sollte es keine gesicherte Diagnose geben, werden wir die Diagnose im laufenden Versorgungsprozess sicherstellen.
Darüber hinaus fragen wir, wie häufig der Verband bisher gewechselt wird, mit welchen Verbandstoffen und wer den Verbandwechsel durchführt. Falls Sie bereits Kompressionsverbände oder Kompressionsstrümpfe tragen, beziehen wir auch diese Informationen in die Versorgungsplanung mit ein. Vorhandene Arztberichte oder Entlassbriefe aus dem Krankenhaus helfen uns zusätzlich, den bisherigen Verlauf Ihrer Versorgung besser nachzuvollziehen.
Fragen zu Ihrer allgemeinen Gesundheit
Wundheilungsstörungen stehen häufig im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen. Deshalb sprechen wir auch über Ihre allgemeine gesundheitliche Situation. Dazu gehören beispielsweise bestehende Erkrankungen wie Diabetes, Gefäßerkrankungen oder Herz- und Lungenerkrankungen.
Außerdem fragen wir nach regelmäßig eingenommenen Medikamenten, insbesondere blutverdünnenden Medikamenten, sowie nach Allergien oder Unverträglichkeiten. Auch Informationen zu Ihrem Impfstatus, zum Beispiel zur Tetanusimpfung, können für die Behandlung wichtig sein.
Fragen zu Ernährung und Körpergewicht
Ernährung und Flüssigkeitszufuhr können die Wundheilung beeinflussen. Daher sprechen wir auch über Ihr Ess- und Trinkverhalten, mögliche Gewichtsveränderungen sowie über Ihren Appetit oder spezielle Ernährungsformen, etwa bei Diabetes.
Fragen zu Mobilität und Alltag
Auch Ihre Beweglichkeit und Ihr Alltag spielen eine wichtige Rolle für die Versorgung. Wir fragen daher zum Beispiel, wie mobil Sie im Alltag sind und ob Sie Hilfsmittel wie Rollator, Verbandsschuh oder andere Hilfsmittel nutzen.
Je nach Situation können auch weitere Aspekte eine Rolle spielen. Dazu gehören zum Beispiel Rauchen oder andere Lebensgewohnheiten, mögliche Probleme bei der Ausscheidung, Hauterkrankungen oder Durchblutungs- und Nervenerkrankungen an Beinen und Füßen. Darüber hinaus interessieren wir uns dafür, ob Sie Physiotherapie oder Lymphdrainage erhalten und ob Sie bei der Körperpflege oder im Alltag Unterstützung benötigen.
Neben dem Gespräch führen wir auch eine körperliche Untersuchung durch.
Dabei beurteilen wir unter anderem Ihre Hautbeschaffenheit, tasten die Fußpulse und überprüfen – bei Bedarf mithilfe eines Dopplergeräts – die Durchblutung Ihrer Beine.
Zudem untersuchen wir Ihre Beine auf Schwellungen und beurteilen, wie ausgeprägt mögliche Bein- und Fußödeme sind. Wir schauen uns Ihre Füße genau an und beobachten bei Bedarf auch Ihr Gangbild, um zu erkennen, wie Ihre Füße belastet werden und ob Ihre Muskelvenenpumpe ausreichend aktiviert wird.
Alle Erkenntnisse, die wir im Rahmen der pflegerischen Anamnese erheben tauschen wir mit den therapieverantwortlichen Ärzten aus. Diese können dann unsere Informationen mit ihren bisherigen Erkenntnissen abgleichen und gegebenenfalls weitere medizinische Untersuchungen einleiten.
Warum sind diese Fragen wichtig?
Wundheilungsstörungen entstehen häufig durch mehrere medizinische, pflegerische und persönliche Faktoren. Durch das Aufnahmegespräch erhalten wir ein umfassendes Bild Ihrer Situation. Die Informationen helfen uns, Ursachen und Risikofaktoren zu erkennen, Ihre Versorgung individuell mit Ihnen und Ihren Angehörigen zu planen und die Wundheilung bestmöglich zu unterstützen. Unser Ziel ist eine ganzheitliche, sichere und auf Sie persönlich abgestimmte Versorgung durchführen zu können.
Nach der Aufnahme und der ersten Untersuchung erstellen wir für Sie einen individuellen Therapie- und Versorgungsplan.
Dieser basiert auf den erhobenen Befunden, z. B. aktuelle Blutuntersuchungen, Untersuchungen Ihrer Blutgefäße oder Röntgenuntersuchungen, Ihrer aktuellen Wundsituation und Ihrer gesundheitlichen Gesamtsituation und den mit Ihnen vereinbarten Zielen, die Sie durch die Versorgung bei uns erreichen wollen.
Unser Ziel ist es, eine strukturierte, fachgerechte und auf Sie persönlich abgestimmte Versorgung. Wir evaluieren regelmäßige Ihre Versorgungssituation und beurteilen dabei auch den Wundheilungsverlauf. So können wir die Versorgung jederzeit an den Heilungsverlauf anpassen und die Behandlung optimal steuern.
Je nach Wundsituation führen wir im Rahmen der Behandlung verschiedene Maßnahmen durch, unter anderem:
- Reinigung der betroffenen Körperregion
- Vermessung der Beine oder der betroffenen Körperregion, zum Beispiel zur Vorbereitung einer Kompressionstherapie
- Spülung der Wunde mit einer sterilen Lösung
- schonende Entfernung von Wundbelägen (z. B. Fibrin)
- exaktes Vermessen der Wunde mit einem speziellen Wundlineal
- Fotodokumentation zur strukturierten Verlaufskontrolle
- Individuelle Verbandversorgung: Auswahl passender Materialien und fachgerechter Verbandwechsel unter strengen sterilen Bedingungen
- Kausaltherapie: Maßnahmen zur Reduktion von Beinödemen (z. B. Kompressionstherapie) sowie Druckentlastung und Druckumverteilung bei Wunden, insbesondere an Füßen oder anderen belasteten Körperstellen
- Hautpflege, abgestimmt auf Ihre individuelle Hautsituation
- Versorgung mit notwendigen Hilfsmitteln, zum Beispiel einem Verbandsschuh oder anderen unterstützenden Maßnahmen
Häufige chronische und schwer heilende Wundarten, die wir versorgen, sind:
Venöse Ulzera (Ulcus cruris venosum)
Diese Wunden entstehen durch eine chronische Venenschwäche. Das Blut staut sich in den Beinvenen, wodurch die Haut schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Die Wunden treten meist am Unterschenkel oder am Knöchelbereich auf und können lange bestehen bleiben.
Arterielle Ulzera (Ulcus cruris arteriosum)
Bei dieser Wundart liegt eine arterielle Durchblutungsstörung vor, häufig verursacht durch Arteriosklerose (Gefäßverkalkung). Das Gewebe erhält zu wenig Sauerstoff, wodurch schmerzhafte und schlecht heilende Wunden entstehen.
Diabetisches Fußsyndrom
Bei Menschen mit Diabetes mellitus können Nervenschädigungen (sensorische Neuropathie) dazu führen, dass kleine Verletzungen am Fuß unbemerkt bleiben. Diese entwickeln sich oft zu chronischen Wunden, die besonders sorgfältig behandelt werden müssen.
Druckgeschwüre (Dekubitus)
Dekubitus entsteht durch langanhaltenden Druck auf Haut und Gewebe, zum Beispiel bei Bettlägerigkeit oder eingeschränkter Mobilität. Häufig betroffen sind Fersen, Steißbein, Hüfte oder Ellenbogen.
Postoperative Wunden
Manchmal heilen Operationswunden nicht wie erwartet ab. Ursachen können Infektionen, Durchblutungsprobleme oder andere Grunderkrankungen sein.
Traumatische Wunden
Auch nach Unfällen oder Verletzungen können Wunden entstehen, die sich zu schwer heilenden Wunden entwickeln.
Entzündliche oder immunologische Wunden
Einige Wunden entstehen infolge entzündlicher Hauterkrankungen oder Autoimmunerkrankungen, beispielsweise im Zusammenhang mit bestimmten Gefäßerkrankungen oder seltenen dermatologischen Krankheitsbildern.
JA. Die enge Zusammenarbeit mit Ihrem behandelnden Arzt ist ein wichtiger Bestandteil Ihrer Versorgung. Wir stimmen Therapien ab, tauschen Befunde aus und informieren regelmäßig über den Verlauf Ihrer Wundheilung für die Verbesserung Ihrer Lebensqualität.
JA. Um in unseren Wundzentren versorgt zu werden benötigen Sie eine HKP-Verordnung. Diese organisieren wir bei Ihrem Arzt, nachdem wir uns beim 1. Termin einen Überblick über die notwendige Wundversorgung gemacht haben.
Grundsätzlich findet die Behandlung in unseren Wundzentren statt, da dort alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten für eine optimale Versorgung zur Verfügung stehen.
Sie haben jedoch eine Versorgungssicherheit
Wenn Sie vorübergehend – zum Beispiel durch eine akute Erkrankung wie eine Grippe – Ihre Wohnung nicht verlassen können, übernehmen wir die Versorgung in dieser Zeit auch bei Ihnen zu Hause, ohne zusätzliche Kosten.
Eine dauerhafte häusliche Versorgung können wir jedoch nicht sicherstellen
Wenn ein Besuch im Wundzentrum aus gesundheitlichen oder organisatorischen Gründen nicht möglich ist, kann eine Beratung durch einen pflegerischen Fachexperten in bestimmten Fällen auch zu Hause erfolgen, dann jedoch in Eigenleistung.
Eigenleistung
Unsere erbrachte Versorgungsleistung werden im 15-Minuten-Takt zuzüglich Fahrtkosten pro gefahrene Kilometer privat in Rechnung gestellt, da diese in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen werden.
Kosten für Schulungen
nach § 45 SGB XI, der Pflegeversicherung, bei Bestehen eines Pflegegrades und dem Vorhandensein pflegender Angehöriger, werden in Abzug gebracht.
Wie häufig ein Verband gewechselt werden muss, hängt von der Art der Wunde, dem Heilungsstadium und den verwendeten Verbandmaterialien ab. Da jede Wunde individuell heilt, wird der Verbandwechsel entsprechend geplant und regelmäßig überprüft.
In manchen Fällen ist ein täglicher Verbandwechsel notwendig – zum Beispiel bei erhöhter Keimbelastung oder wenn viel Wundsekret entsteht und der Verband schnell gesättigt ist.
Häufig ist es jedoch sinnvoll, den Verband nicht zu oft zu wechseln, da die Wunde für eine optimale Heilung Ruhe, Wärme und ein stabiles Wundmilieu benötigt.
Dank moderner Verbandmaterialien, die Wundflüssigkeit gut aufnehmen und speichern, sind oft auch zwei bis drei Verbandwechsel pro Woche ausreichend.
JA. Für eine erfolgreiche Wundheilung ist es wichtig, nicht nur die Wunde selbst zu versorgen, sondern auch die zugrunde liegende Ursache zu behandeln. Nur so kann verhindert werden, dass die Wunde immer wieder auftritt oder nur sehr langsam heilt.
Je nach Ursache können unterschiedliche Maßnahmen erforderlich sein.
- Dazu gehört beispielsweise die Behandlung von Durchblutungsstörungen, die häufig bei arteriellen oder venösen Wunden eine Rolle spielen.
- Bei Venenerkrankungen kann eine Kompressionstherapie notwendig sein, um den Blutfluss zu verbessern und die Heilung zu unterstützen.
- Auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes können die Wundheilung beeinflussen. In solchen Fällen ist ein gutes Diabetesmanagement wichtig.
- Bei Druckgeschwüren (Dekubitus / Diabetisches Fußsyndrom) spielt außerdem eine konsequente Druckentlastung und -umverteilung der betroffenen Körperstellen eine zentrale Rolle.
Die Behandlung der Ursachen erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Ihrem behandelnden Arzt und weiteren Fachdiziplinen, damit Ihre Versorgung ganzheitlich abgestimmt ist.
Zu Beginn Ihrer Versorgung in unseren ORGAMed Wundzentren sind verschiedene organisatorische Schritte notwendig. Dazu gehört unter anderem die Beschaffung einer ärztlichen Verordnung (HKP-Verordnung) sowie die Organisation von Rezepten für Verbandstoffe und ggf. weitere benötigte Hilfsmittel.
Diese Abstimmung mit Ärzten, Kooperationspartnern und Krankenkassen übernehmen wir für Sie. Sie ist in der Vergütung mit den Kostenträgern abgegolten. Das direkte Organisieren und Abholen von Verordnungen ist keine Leistung, die wir von den Kostenträgern bezahlt bekommen.
Wir bieten Ihnen an, Sie gerade zu Beginn der Behandlung organisatorisch zu entlasten und einen reibungslosen Start Ihrer Versorgung ermöglichen. Für diesen zusätzlichen organisatorischen Aufwand erheben wir eine Servicepauschale.
Wenn zwischen Ihrer Krankenkasse und ORGAMed ein Vertrag zur Integrierten Versorgung (IV-Vertrag) besteht, kann die Servicepauschale entfallen. In diesem Fall werden bestimmte Leistungen direkt über den Versorgungsvertrag abgerechnet.
Sie sind ein 100%iges Mitglied im Versorgungsteam!
Gemeinsam besprechen wir alle notwendigen Maßnahmen und Schritte, die erforderlich sind, um die mit Ihnen vereinbarten Ziele zu erreichen. Sie erhalten Empfehlungen, wie Sie selbst zur Wundheilung beitragen können – zum Beispiel durch Übungen zur Aktivierung der Muskelvenenpumpe oder durch ein angepasstes Bewegungsverhalten (z. B. ist Laufen und Liegen oft besser als langes Sitzen oder Stehen).
Wir erwarten, dass Sie diese Empfehlungen möglichst in Ihren Alltag integrieren, da auch wir alles daransetzen, Sie nach aktuellen pflegerischen und medizinischen Standards optimal zu versorgen. Ebenso wichtig ist es, vereinbarte Termine zum Verbandwechsel zuverlässig wahrzunehmen
Angehörige können eine wichtige Unterstützung im Alltag und während der Behandlung sein.
Sie helfen zum Beispiel bei der Organisation von Terminen, begleiten Patienten zu Behandlungen oder unterstützen bei alltäglichen Aufgaben. Gerne beziehen wir Angehörige – wenn gewünscht – in die Beratung und Aufklärung ein, damit sie Patienten im Alltag bestmöglich unterstützen können.
ORGAMed betreibt spezialisierte Wundzentren unter anderem in Bochum, Dortmund und Unna.
Ein Pflegegrad wird nicht allein wegen einer Wundheilungsstörung vergeben. Entscheidend ist, wie stark Ihre Selbstständigkeit im Alltag eingeschränkt ist und ob Sie dauerhaft Unterstützung bei der Pflege benötigen
Der Antrag wird bei Ihrer Pflegekasse gestellt. Diese ist bei Ihrer Krankenkasse angesiedelt.
Nach Antragstellung meldet sich der Medizinische Dienst der Krankenkassen bei Ihnen und es wird ein Termin zur Begutachtung vereinbart.
Dabei wird bewertet, wie selbstständig Sie noch sind, zum Beispiel in den Bereichen der Mobilität, Selbstversorgung, Ihrer kognitiven Fähigkeiten Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen und Gestaltung des Alltags. Je nach Ergebnis wird ein Pflegegrad von 1 bis 5 vergeben.
Ein Transportschein ist eine ärztliche Verordnung für eine medizinisch notwendige Fahrt zur Wundbehandlung im Wundzentrum. In berechtigen Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Ein Transportschein kann ausgestellt werden, wenn Sie aufgrund Ihrer Wundsituation oder eingeschränkter Mobilität nicht selbstständig mit dem PKW, nicht von Angehörigen gebracht werden oder dem ÖNVP zur Wundversorgung kommen können.
Je nach gesundheitlicher Situation kann der Transport zum Beispiel mit Taxi oder einem Krankentransportwagen erfolgen.
Unser Team unterstützt Sie gerne bei Fragen zur Organisation Ihrer Anfahrt.
Ein Schwerbehindertenausweis wird Menschen ausgestellt, die aufgrund einer Erkrankung oder Behinderung dauerhaft in ihrer Gesundheit und im Alltag eingeschränkt sind. Voraussetzung ist ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50, der durch das zuständige Versorgungsamt festgestellt wird.
Eine chronische oder schwer heilende Wunde allein führt nicht automatisch zu einem Schwerbehindertenausweis. Ein Anspruch kann jedoch bestehen, wenn die Wunde dauerhaft besteht, den Alltag stark einschränkt oder mit weiteren Erkrankungen wie Diabetes, Gefäßerkrankungen oder Mobilitätseinschränkungen verbunden ist. In diesem Fall wird immer die gesamte gesundheitliche Situation bewertet.
Ein Schwerbehindertenausweis kann verschiedene Unterstützungen ermöglichen, zum Beispiel steuerliche Vergünstigungen, besonderen Kündigungsschutz, zusätzliche Urlaubstage oder Ermäßigungen im öffentlichen Nahverkehr.
IGeL-Leistungen (Individuelle Gesundheitsleistungen) sind medizinische Leistungen, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.
Wenn Patienten diese zusätzlichen Leistungen in Anspruch nehmen möchten, werden sie privat in Rechnung gestellt.
In der Wundversorgung kann es vorkommen, dass bestimmte zusätzliche Behandlungen, Materialien oder Beratungen medizinisch sinnvoll sind, aber nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen enthalten sind.
Beispiele für mögliche IGeL-Leistungen können sein:
- spezielle Wundspüllösungen
- Ultraschallreinigung der Wunde (inklusive Materialkosten)
- Kaltplasma-Anwendungen
- Mikro-Elektrostimulation
- intermittierende Kompressionstherapie
- Hausbesuche durch spezialisierte Pflegefachkräfte, wenn keine reguläre Versorgung über eine ärztliche Verordnung vorliegt
- zusätzliche Beratungsleistungen, wenn keine genehmigte Verordnung häuslicher Krankenpflege besteht
- organisatorische Unterstützung, zum Beispiel beim Fallmanagement, etwa bei der Organisation einer Wundversorgung am Urlaubsort oder bei der Unterstützung bei Widersprüchen gegenüber Kostenträgern
Wichtig zu wissen: IGeL-Leistungen sind immer freiwillig. Sie werden nur durchgeführt, wenn Sie ausführlich über die Leistung informiert wurden und der Durchführung ausdrücklich zustimmen.
Die Wundversorgung wird von gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen, sofern eine entsprechende ärztliche Verordnung (HKP) vorliegt.
Spezielle oder ergänzende Therapieverfahren können als IGeL-Leistungen oder gesetzliche Zuzahlungen anfallen und werden in diesen Fällen privat abgerechnet.
Wir informieren Sie hierzu transparent und verständlich, bevor Kosten entstehen.
In der gesetzlichen Krankenversicherung sind für bestimmte medizinische Leistungen gesetzliche Zuzahlungen vorgesehen.
Diese Regelung gilt bundesweit und betrifft unter anderem Medikamente, Verbandmittel, Heilmittel, Hilfsmittel, medizinische Krankentransporte, Krankenhausaufenthalte sowie die Verordnung häuslicher Krankenpflege. Diese Regelungen gelten, auch wenn Sie mit Ihren schwer heilenden Wunden in unseren Einrichtungen versorgt werden.
Gesetzlich Versicherte müssen ab 18 Jahren einen Eigenanteil (Zuzahlung) leisten.
Dies ist vom Gesetzgeber so festgelegt (§ 61 SGB V) und gilt für alle verordnungsbaren Leistungen.
- Für Heilmittel und häusliche Krankenpflege werden Kosten in Höhe von 10 % der durchgeführten Leistungen fällig.
- Des Weiteren fällt eine Verordnungsblattgebühr in Höhe von 10,00 € je Verordnung an.
- Die Zuzahlungen für die Verordnungen häuslicher Krankenpflege sind auf 28 Tage gedeckelt.
- In der Regel beträgt die gesetzliche Zuzahlung bei Verbandstoffen 10 % der Kosten, mindestens 5 Euro und höchstens 10 Euro pro Verordnung.
Wenn Sie von den gesetzlichen Zuzahlungen befreit sind, müssen Sie daran denken, uns rechtzeitig Ihren Befreiungsausweis vorzulegen!
Wenn Sie viele Medikamente verordnet bekommen und bei einer längerfristigen Wundbehandlung können durch regelmäßige Verbandmittel, Medikamente oder Hilfsmittel mehrere Zuzahlungen im Laufe des Jahres entstehen.
Eine Zuzahlungsbefreiung bedeutet, dass Sie diese gesetzlichen Eigenanteile für den Rest des Kalenderjahres nicht mehr bezahlen müssen.
Die gesetzlichen Zuzahlungen sind pro Jahr begrenzt. Wenn Ihre Zuzahlungen eine bestimmte Belastungsgrenze erreichen, können Sie bei Ihrer Krankenkasse eine Befreiung beantragen.
Die Grenze liegt bei: 2 % Ihres jährlichen Bruttoeinkommens, 1 % bei chronisch kranken Menschen, zum Beispiel Diabetes, pAVK, COPD. Gerade bei einer regelmäßigen Versorgung mit Verbandmitteln oder wiederkehrenden Behandlungen kann diese Grenze schnell erreicht werden.
Wenn Sie regelmäßig Materialien für Ihre Wundversorgung benötigen und unsicher sind, ob Sie Anspruch auf eine Zuzahlungsbefreiung haben, empfiehlt es sich, direkt bei Ihrer Krankenkasse nachzufragen. Diese kann prüfen, ob eine Befreiung möglich ist.
Wenn Sie von den gesetzlichen Zuzahlungen befreit sind, müssen Sie daran denken, uns rechtzeitig Ihren Befreiungsausweis vorzulegen!
Für Patienten, die Schwierigkeiten haben, selbstständig zu unseren Wundzentren zu kommen, besteht die Möglichkeit, vergünstigte Fahrten mit Taxi Beul in Anspruch zu nehmen.
Dieses Angebot richtet sich insbesondere an Patienten mit eingeschränkter Mobilität, die regelmäßig zur Behandlung kommen müssen oder, die keine eigene Fahrmöglichkeit haben.
Wie funktioniert die Fahrunterstützung?
Je nach persönlicher Situation gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- vergünstigte Fahrten mit Taxi Beul
- Nutzung eines ärztlichen Transportscheins, wenn dieser medizinisch erforderlich ist
- Unterstützung bei der Organisation der An- und Abfahrt zu Ihrem Behandlungstermin
Sprechen Sie uns gerne an – wir helfen Ihnen dabei, eine passende Lösung für Ihre Anfahrt zu finden.
Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Versorgung aufgrund Ihrer Erkrankungen im Alltag besser zu verstehen und umzusetzen. Dazu gehören zum Beispiel Informationen über Ihre Erkrankungen, die schwer heilenden Wunde und die Ursachen, warum sie so schwer heilen, Anleitung zur Hautpflege und Wundversorgung sowie zum richtigen Umgang mit Hilfsmitteln, etwa Kompressionsstrümpfen oder Entlastungsschuhen.
Außerdem erhalten Sie Hinweise zu Bewegung und Ernährung, die negativen Auswirkungen von Nikotin oder Drogen und Druckentlastung- und -umverteilung sowie Informationen darüber, welche Warnzeichen auf eine Verschlechterung ihrer gesundheitlichen Situation hinweisen können.
Wenn Patienten aktiv an ihrer Behandlung mitwirken, kann das die Wundheilung unterstützen, Komplikationen vermeiden und das Risiko für neue Wunden reduzieren. Gleichzeitig trägt ein gutes Selbstmanagement dazu bei, Ihre Lebensqualität im Alltag zu verbessern.
Unser Ziel ist es, Sie so zu begleiten, dass Sie informiert, sicher und möglichst selbstständig mit Ihren Erkrankungen umgehen können.
JA. Unsere Wundzentren sind so gestaltet, dass sie für Patienten mit eingeschränkter Mobilität gut erreichbar sind.
Dazu gehören unter anderem:
- barrierefreie Zugänge zu den Praxisräumen
- Aufzüge oder ebenerdige Zugänge, sofern erforderlich
- ausreichend Platz für Rollatoren, Rollstühle oder Gehhilfen
- gut erreichbare Behandlungsräume und Wartebereiche
Unser Ziel ist es, Ihnen den Besuch in unseren ORGAMed-Wundzentren so komfortabel und sicher wie möglich zu gestalten.
Chronische Wunden heilen deutlich langsamer als akute Wunden. Wenn eine Wunde auch nach ca. 8 Wochen nicht richtig abheilt, spricht man von einer chronischen und schwerheilenden Wunde.
Ursache können z. B. Durchblutungsstörungen oder Stoffwechselerkrankungen sein – etwa Diabetes, Venenerkrankungen oder Bettlägerigkeit. Chronische Wunden wie „offene Beine“, Druckgeschwüre (Dekubitus) oder das diabetische Fußsyndrom benötigen eine besondere, regelmäßige und fachgerechte Versorgung.
- Unterstützung der natürlichen Wundheilung
- Linderung Ihrer Schmerzen
- Verringerung des Infektionsrisikos
- Vermeidung von Wundkomplikationen (z. B. chronische Wunden, Biofilmbildung)
- Erhalt und Verbesserung Ihrer Lebensqualität
Wir nehmen den Schutz Ihrer persönlichen und medizinischen Daten sehr ernst.
Alle Informationen, die Sie uns zur Verfügung stellen, werden ausschließlich für Ihre Wundversorgung und die damit verbundene Therapie verwendet. Was mit Ihren Daten passiert:
Vertraulichkeit:
Ihre Daten werden nur von unserem Wundmanagement-Team und in Absprache mit Ihrem Arzt genutzt und nicht ohne Ihre Zustimmung weitergegeben.
Speicherung:
Alle Daten werden sicher gespeichert und nur für Ihre Wundbehandlung verwendet. Der Zugriff ist nur für das behandelnde Fachpersonal möglich.
Sichere Kommunikation:
Die Kommunikation über Ihre Therapie erfolgt auf sicheren, datenschutzkonformen Wegen.
Ihre Rechte:
Sie können jederzeit Auskunft über Ihre gespeicherten Daten erhalten und diese berichtigen oder löschen lassen. Auch die Einwilligung zur Datenverarbeitung können Sie jederzeit widerrufen.
Diese Datenverarbeitung erfolgt im Rahmen unserer Leistungserbringung und ist nach Art. 6 Abs. 1 S.1 lit. b DSGVO zu den genannten Zwecken für die angemessen Bearbeitung hierfür erforderlich bzw. bezüglich etwaiger Gesundheitsdaten durch Ihre Erteilte Einwilligung gemäß Art. 6 Abs. 1 S.1 lit. a, 9 Abs. 2 lit. a DSGVO rechtmäßig. Die Löschung dieser Daten erfolgt entsprechend der handels- und steuerrechtlichen Aufbewahrungspflicht nach 10 Jahren, zuvor wird die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten auf diese Speicherung eingeschränkt.
Moderne Wundauflagen unterstützen die Heilung auf verschiedene Weise:
- Hydroaktive Verbände wie Hydrogele, Hydrokolloide und Schaumverbände halten die Wunde feucht und fördern die Heilung.
- Alginate aus Algen eignen sich gut für stark nässende Wunden.
- Superabsorber nehmen viel Wundflüssigkeit auf, zum Beispiel bei offenen Beinen (Ulcus cruris).
- Silberhaltige Auflagen helfen, Infektionen vorzubeugen.
Honigprodukte wirken antibakteriell und fördern die Heilung. - Polyhexanid- und PHMB-haltige Auflagen reduzieren Keime, ohne Resistenzen zu fördern.
Für die Reinigung der Wunde werden spezielle Wundspüllösungen wie Polihexanid oder hypochlorige Säure eingesetzt. Sie reinigen die Wunde schonend, verringern die Keimzahl und schützen die gesunden Zellen.
Beim Debridement wird abgestorbenes Gewebe, Beläge oder Biofilm entfernt. Dies kann auf verschiedene Arten erfolgen: mechanisch (z. B. mit Kompressen), durch körpereigene Prozesse (autolytisch), mit speziellen Enzymen oder durch einen kleinen chirurgischen Eingriff.
Hinweis zu Friendly Capture (Spamschutz) beim Formularversand
Um unsere Formulare vor Bots zu schützen und zu prüfen, ob Sie tatsächlich ein Mensch sind, setzen wir Friendly Capture ein. Es geht leider nicht mehr ohne diesen Schutz, sonst würden uns automatisierte Bots mit tausenden E-Mails überschwemmen und unsere Webseite ausbremsen.
Und wie bei jeder Technik – so modern und schlau sie auch ist – kann es in Einzelfällen vorkommen, dass Friendly Capture echte Nutzer nicht korrekt erkennt
Falls Sie betroffen sind, helfen uns für die Analyse folgende Angaben: Ihre aktuelle IP-Adresse, ein Screenshot (mit sichtbarer Fehlermeldung) und das Datum und Uhrzeit des Versuchs. Bitte senden Sie diese Infos an marketing@apraxon.com (die Angaben nutzen wir ausschließlich zur Fehleranalyse).
Schneller Weg ohne Formular
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